Warensicherung und Brandschutz im Einzelhandel vereinen

  • von: Jan Hädicke
  • Zuletzt aktualisiert am: 04.11.2026

Certified security windowsElektronische Warensicherungssysteme gehören in vielen Geschäften zum Alltag: Tore am Ausgang, Etiketten an Bekleidung oder Elektronikartikeln und Deaktivierstationen an der Kasse sollen Diebstahl verhindern. Wird über solche elektronischen Artikel gesprochen, steht meist die Sicherheit der Waren im Vordergrund. Für Betreiber ist jedoch ebenso wichtig, dass die eingesetzte Technik den Brandschutz im Verkaufsraum und Lager nicht beeinträchtigt. Denn Kabelwege, Stromversorgungen, Antennen und Etiketten sind Teil der betrieblichen Infrastruktur – und damit auch Teil der Brandschutzbetrachtung.

Ein zufällig gewähltes Unterthema ist die elektronische Warensicherung per EAS-System im Einzelhandel. Die Antennen am Ausgang werden über Kabel mit Strom versorgt, Deaktivierstationen stehen an Kassen, und im Lager können zusätzliche Lesegeräte oder mobile Handscanner eingesetzt werden. Diese Komponenten sollten fachgerecht installiert und regelmäßig geprüft werden. Lose Kabel, beschädigte Steckverbinder oder überhitzte Netzteile sind nicht nur ein Ausfallrisiko, sondern können im ungünstigen Fall zur Zündquelle werden. Deshalb gilt: Elektroinstallationen in Verkaufsräumen und Lagern müssen den anerkannten Regeln der Technik entsprechen und dürfen nicht durch provisorische Mehrfachsteckdosen oder verdeckte Leitungen ergänzt werden.

Auch die Platzierung der Technik will durchdacht sein. Flucht- und Rettungswege müssen frei bleiben, Notausgänge dürfen nicht durch Sicherungstoren, Kartons oder Lagerregale eingeengt werden. EAS-Antennen sollten so montiert werden, dass sie weder Fluchtwege verengen noch im Brandfall die Orientierung erschweren. Im Lager ist zudem auf ausreichende Abstände zwischen Regalen, Leuchtmitteln und elektrischen Betriebsmitteln zu achten. Etiketten und Verpackungen tragen zwar nur wenig zur Brandlast bei, doch in großen Mengen können sie die Ausbreitung eines Entstehungsbrandes begünstigen. Eine klare Trennung von Verpackungsmaterial, brennbaren Flüssigkeiten und elektrischen Geräten bleibt daher wichtig.

Beim Gebäude selbst sollten Betreiber nicht auf falsche Sicherheiten setzen: Einbruchhemmende Verglasungen wie RC3 Fenster schützen vor Aufbruchversuchen, ersetzen aber keine brandschutztechnischen Anforderungen an Fenster, Türen oder Rettungswege. Ebenso sinnvoll ist die regelmäßige Unterweisung des Personals: Wo sind Feuerlöscher, wie werden Alarmierungen ausgelöst, und wer prüft nach Ladenschluss elektrische Geräte? Für Standorte in Österreich sollte zudem geklärt werden, ob je nach Gebäudeklasse und Nutzung ein Brandschutzbeauftragter Österreich bestellt werden muss; die landesspezifischen Vorgaben unterscheiden sich von deutschen Regelungen und sollten frühzeitig mit der örtlichen Behörde oder Fachplanung abgestimmt werden.

Elektronische Warensicherung ist damit kein Gegensatz zum Brandschutz, sondern eine Technik, die sich sauber in ein ganzheitliches Sicherheitskonzept einfügen muss. Wer Installation, Wartung, Fluchtwege und Dokumentation zusammendenkt, schützt Waren, Menschen und Gebäude gleichermaßen.

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